Schockierend oder einfach nur traurig?

Autofahrer fährt ohne Rücksicht in Entenfamilie!

Tiertragödie auf der K312

Es ist Freitag, der 21.06.2013 gegen 15.30h.

Ich fahre mit meinem Auto von Sande kommend in Richtung Mariensiel/Wilhelmshaven.

Es ist wenig Verkehr, ca. 50 Meter vor mir fährt ein Kleinwagen
in die gleiche Richtung (siehe Karte).


Ein Fahrzeug kommt uns entgegen und hält an.
Der Grund des Anhaltens ist eine Entenfamilie mit ungefähr 8 Jungtieren, im gemütlichen Watschelgang die Fahrbahn überquerend.

Ziel ist anscheinend der kleine Weiher auf dem Gelände der Firma Thranow-Naturstein.

Aber der Kleinwagen vor mir macht keinerlei Anstalten, sein Fahrzeug abzubremsen oder sogar anzuhalten.

Ohne erkennbare Reaktion fährt er einfach weiter und damit direkt über die Entenfamilie.

Ich würde am liebsten die Augen schliessen um das Massaker, welches jetzt unweigerlich kommen muss nicht zu sehen.
 
Hat der Autofahrer geschlafen oder ist das, so wie es aussah, wirklich Absicht?

Nachdem er die Tiere überfahren hat bremst der Fahrer des Kleinwagens kurz ab.
Will er vielleicht überprüfen, ob das von ihm verursachte Gemetzel auch den gewünschten Erfolg hatte?

Nach einem kurzen Blick in den Rückspiegel jedenfalls gibt er einfach wieder Gas, obwohl er genau erkennen kann,
das 2 der Jungtiere auf der Fahrbahn liegenbleiben.


Anhalten und nachsehen oder eventuell sogar zu helfen, schliesslich ist er der Verursacher.......Fehlanzeige!
 

Wie durch ein Wunder werden lediglich 2 Tiere verletzt!

Eins der Entenküken kann sich nach kurzer Zeit wieder erheben und flüchtet verwirrt auf die rechte Fahrbahnseite, obwohl die Mutter aufgeregt von der anderen Strassenseite nach den Küken ruft.

Das zweite Küken allerdings kommt nicht mehr hoch, das Beinchen ist verletzt!

Was mache ich jetzt?

Der Wunsch, diesem verantwortungslosen Autofahrer hinterher zu fahren und zur Rede zu stellen ist gross, aber was passiert dann mit dem auf der Fahrbahn liegenden Jungtier?

Also verzichte ich auf die Verfolgung des Fahrzeugs, bzw. des Fahrers und versuche mich um das Küken zu kümmern.

Das Tier ist benommen und es ist erkennbar, dass das Bein sowie das Auge verletzt wurde.

Da ich hier überfordert bin nehme ich den Jungvogel, wende mein Auto und fahre zu meinem Tierarzt.

Mein Tierarzt Dr. Hans-Christof Mattheis hat seine Praxis in Langewerth auf der Roffhauser Landstr. 37, allerdings ist zu diesem Zeitpunkt noch keine Sprechstunde.

Auf mein Klingeln bei "Privat" wird mir trotzdem sofort geöffnet und mit nur einem Blick auf das Küken in meiner Hand werde ich hereingebeten.

Sofort nimmt sich Herr Dr. Mattheis des "Notfallpatienten" an und kümmert sich fachmännisch um die Erstversorgung.
Es werden 2 Spritzen gegeben, das verletzte Bein wird fixiert und dann folgt noch eine abschliessende Generaluntersuchung.

Danach eine kurze Besprechung, was denn jetzt mit dem Vogel passieren soll und auch da weiss der erfahrene Tierarzt Rat.

Er kennt eine ältere Dame, die es sich zu Aufgabe gemacht hat, verletzte Vögel zu pflegen und wieder aufzupäppeln.

Die Frage nach einer Bezahlung lehnt der Tierarzt geradezu entrüstet mit den Worten "er werde sich an einem Unglück  in der Natur nicht bereichern" ab!
Chapeau
kann ich da nur sagen!

Das verletzte Küken wird abschliessend in einen Transportkarton mit den notwendigen Luftlöchern gesetzt und ich mache mich auf den Weg zur angegebenen Adresse in Wilhelmshaven-Voslapp.

Dort angekommen klingele ich an der Tür der "Vogelmama" und auch da wird mir sofort geöffnet.

Kurze Vorstellung und Erklärung, und schon übernimmt die engagierte Frau Renate Hörmann Initiative sowie Transportbox.

Die äusserst vitale 76-jährige erklärt mir, das sie alles für das Küken tun wird und versichert mir, das der kleine Vogel schon bald wieder gesund genug sei, um dann zum richtigen Zeitpunkt wieder ausgesetzt zu  werden.

Ich merke sofort, dass das Tier in fachkundige und liebevolle Hände gekommen ist und mache mich nun beruhigt endlich auf den Weg zur Hundewiese, schliesslich sitzt mein Hund Athos die ganze Zeit im Auto und musste wegen des rücksichtslosen Autofahrers sein "Entertainment" zurückstellen.

So fand diese kleine Tragödie doch noch ein gutes Ende, allerdings wäre diese ohne
TA Dr. Hans Christof Mattheis
und
Vogelmama Frau Renate Hörmann
bestimmt nicht so glücklich ausgegangen und ich möchte mich bei Beiden für diesen selbstlosen Einsatz bedanken!
 

Ich allerdings bedauere trotzdem, das ich den Verursacher von alledem nicht zur Rede stellen konnte!
 


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